1892 Jan.
Wilhelm Fließ besucht F. in Wien.
1892 Jan. 7
Tod von F.s Lehrer Ernst von Brücke.
1892 Apr. - Juli
F. hält Vorlesungen über Nervenkrankheiten des Kindesalters.
1892 Apr. 6
Ernst, das viertes Kind von F. und Martha wird in der Berggasse 19
in Wien geboren.
1892 Apr. 27
F. hält vor dem "Wiener medizinischen Klub" den ersten Teil eines
Vortrags mit dem Titel "Über Hypnose und Suggestion".
1892 Mai 4
F. hält vor dem "Wiener medizinischen Klub" den zweiten Teil eines
Vortrags mit dem Titel "Über Hypnose und Suggestion".
1892 Mai 31
Tod von F.s Lehrer und zuletzt auch wissenschaftlichem Gegner Theodor
Meynert.
1892 Juni
F. schreibt das Vorwort zu seiner Übersetzung von Charcots "Poliklinische[n]
Vorlesungen".
1892 Juni
F. schickt Josef Breuer den ersten Entwurf des Artikels "Über
den psychischen Mechanismus hysterischer Phänomene". - F. und Wilhelm
Fließ gehen zum Du über.
1892 Juni
F. ist zur Hochzeit von Madame Benvenisti.
1892 Juni Anfang
F.s Wohnung wird renoviert und ein neues Ordinationszimmer hergerichtet.
1892 Juni 1
Martha geht nach Reichenau.
1892 Juni 2
F. ist bei Leopold Königstein zu Abendessen: "Spargel Schlecht,
Gans sehr gut" schreibt er an seine Frau nach Reichenau.
1892 Juni 4 - 6
F. fährt über Pfingsten nach Reichenau. Seine Familie bleibt
dort und F. besucht sie den Sommer über in der Regel mindestens einmal
pro Woche.
1892 Juni 7
F. ist bei der Familie Philipp Bondys, dem Schwiegervater von Wilhelm
Fließ in der Brühl zu Besuch. Auch Ida und Wilhelm Fließ
sind anwesend.
1892 Juni 8
F. ist abends zum Tarock bei Biach.
1892 Juni 20
F. ist abends zu Besuch bei Josef Breuer, um ihm den fertigen Artikel
"Über den psychischen Mechanismus hysterischer Phänomene" zu
überreichen. Anschließend geht er zu Anna von Lieben
1892 Juni 21
F. trifft sich mit einem Assistenten Bernheims, der in Wien ist und
beide besuchen abends die Aufführung der "Tragödie des Menschen"
auf der "Internationalen Musik- und Theaterausstellung" (Presse-
und Informationschef Felix Dörmann)
1892 Juni 22
F. ist abends bei Oskar Rie.
1892 Juni 23
F. wartet 2 1/2 Stunden in der Wallnerstraße, um Bismarck
zu sehen, der sich anläßlich der Hochzeit seines Sohnes Herbert
mit Allerdings sah F. "dann doch nur seinen Rücken." - Außerdem
trifft er Emma Pappenheim und besucht am Abend Leopold Königstein.
1892 Juni 24
F. besucht am Abend Josef Breuer.
1892 Juni 27
Josef Breuer erklärt sich bereit, mit F. etwas über Hysterie
zu veröffentlichen.
1892 Juni 28
F. schickt die erste Lieferung der von ihm übersetzten "Poliklinische[n]
Vorträge" von Charcot an Wilhelm Fließ, ist aber noch immer
nicht mit der ganzen Übersetzung fertig.
1892 Juli Anfang
F. sucht sich Bücher aus Theodor Meynerts Bibliothek aus und schreibt
an Wilhelm Fließ: "Die letzte Woche brachte mir einen seltenen menschlichen
Genuß - die Gelegenheit, aus Meynerts Bibliothek Passendes für
mich herauszusuchen, etwa wie wenn ein Wilder aus dem Schädel des
Feindes Met trinkt."
1892 Juli 2
F. wird zu Elise Gomperz gerufen. - F. Hält die letzte Vorlesung
des Semesters un schließt sie mit einem "kleinen Souper" ab.
1892 Juli 3
F. ist zu einem Patientebesuch in Weidlingen.
1892 Juli 5
F. ist zu einer Hochzeit in Währing mit anschließendem Diner
im Hotel Sacher in der Operngasse: "Essen hat mir nicht besser geschmeckt
als zu Hause" schreibt er an Martha. Danach besucht er Oskar Rie; dort
trifft er Emil und Albert Hammerschlag.
1892 Juli 11
F. macht eine "Bergpartie".
1892 Juli 12
F. ist bei Wilhelm Fließ' Schwiegervater Philipp Bondy in der
Brühl zu Besuch.
1892 Juli Mitte
F. liest "Psychologie".
1892 Juli 17
Josef Breuer besucht F., um mit ihm über die "Studien über
Hysterie" zu sprechen. Anschließend trifft F. sich noch mit Josef
Herzig zum Abendessen.
1892 Juli 18
F. verbringt den Abend mit einem Assistenten Charcots und einem Assistenten
Bernheims.
1892 Aug. Anfang - Aug. Ende
F. ist in Reichenau am Semmering und fährt von dort aus nach Hallstatt,
Aussee und St. Gilgen.
1892 Sept. 21
F. bekommt die Arbeit eines "Schweizer Irrenhausdirektors" über
Aphasie zugeschickt. Vermutlich handelt es sich um Eugen Bleulers Artikel
"Zur Auffassung der subkortikalen Aphasien".
1892 Okt. - 1893 März
F. hält Vorlesungen über die Lehre von der Hysterie.
1892 Okt. Anfang
F. schreibt an einer Monographie über cerebrale Diplegien im Kindesalter.
1892 Okt. 2
F. erwirbt Felix Auerbachs Schrift "Die Weltherrin und ihr Schatten.
Ein Vortrag über Energie und Entropie".
1892 Okt. 12
F. ist bei einer Sitzung des Wiener medizinischen Clubs und beteiligt
sich an der Diskussion zu Hermann Schlesingers Vortrag über einen
"Fall von Augenmuskellähmung nach Herpes zoster".
1892 Okt. 21
F. empfiehlt Wilhelm Fließ, Rudyard Kipling zu lesen.
1892 Okt. 31
F. bittet Wilhelm Fließ um etwas Geld für die Familie seiner
Schwester Anna, das er auch 4 Tage später erhält.
1892 Nov.
F. schreibt gemeinsam mit Josef Breuer eine Arbeit zur Theorie des
hysterischen Anfalls, die aber erst 1940 veröffentlicht wird.
1892 Nov. 2
F.s Schwester Anna und ihr Mann Eli Bernays emigrieren nach Amerika.
Sie werden von F. und seinem Vater an den Nordwestbahnhof (heute nur noch
Frachtbahnhof) gebracht. Den Sohn Edward nehmen sie mit, Judith bleibt
bei den Großeltern, Lucy bei F. und Martha.
1892 Nov. Ende
F. beendet den 2. Entwurf des Artikels über den psychischen Mechanismus
hysterischer Phänomene und schreibt an dem Manuskript "Zur Theorie
des hysterischen Anfalls".
1892 Weihnachten
F. erhält von Wilhelm Fließ Hermann von Helmholtz' "Vorträge
und Reden" mit der Widmung: Seinem lieben Sigmund Freud, zur Weihnacht
1892, Wilh. Fliess.
1892 Dez. Ende - 1893 Jan. Anfang
F. und Wilhelm Fließ beschließen in Wien ein gemeinsames
Forschungsprojekt zum Thema "Neurasthenie/Angsneurose".